Hormonchaos – fibroepitheliale Hyperplasie der Milchdrüse

Nach einer Trächtigkeit bilden sich die Milchdrüsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurück, spätestens nach dem Absetzen der Welpen (hier Katze). Diese junge Straßenkatze hatte vier Welpen, die im Alter von acht Wochen von ihr getrennt und vermittelt wurden.

Unmittelbar danach erfolgte die Kastration der Mutter, um eine erneute Trächtigkeit zu verhindern. Schon bei der Operation wurde deutlich, dass das Gesäuge übermäßig stark ausgebildet war, obwohl keine Milchsekretion mehr erfolgte.

Bei Katzen ist ein Krankheitsbild bekannt, bei dem es zu einer ernormen Schwellung des gesamten Gesäuges oder einzelner Komplexe kommt. Als Ursache wird eine übermäßige Progesteronproduktion (Trächtigkeitshormon) angenommen. Daher versucht man zunächst mit einer Kastration Abhilfe zu schaffen, sowie auch in diesem Fall.

Sollte der Eingriff keinen Erfolg zeigen, werden Hormone zur Absenkung des Progesteronspiegels eingesetzt. Da der genaue Krankheitsmechanismus noch unbekannt ist, muss man teilweise bis zu fünf Monaten auf den Erfolg warten. In unserem Falle setzte die Rückbildung nach Hormongabe schon nach einer Woche ein.

 

Zwei Tage nach der Kastration (Fäden in der Bildmitte noch sichtbar)

 

Die Schwellung ist deutlich sichtbar.