Wenn es nach der OP kriselt…….

Viele Tierbesitzer wurden schon mit Operationen bei ihrem Liebling konfrontiert.Sei es aufgrund akuten Geschehens,wie z.B.Unfälle,kosmetische Eingriffe zur Verbesserung der Lebensqualität
oder geplante Eingriffe wie z.B. Kastrationen.
Operation und Narkose wurden gut überstanden, es bleibt die Heilungsphase abzuwarten.
Und die läuft nicht immer so reibungslos, wie es gewünscht wird .
Die auftretenden Wundheilungsstörungen können den Patienten unter Umständen sehr stark beeinträchtigen.
Neben Wundinfektionen,Bildung von Seromen,Fadenreaktionen,Medikamentenreaktionen möchte ich hier auf eine besonders schwere Form einer Gewebereaktion hinweisen.
Bei jeder Operation entsteht im Operationsgebiet und angrenzenden Bezirken ein Trauma, nur durch die Manipulation ausgelöst.In der Mehrzahl der Fälle hat das keine oder wenig Konsequenzen.In Einzelfällen führt dies zu einer Entzündung des Fettgewebes.Eigentlich wird das Fettgewebe abgebaut, nicht so in
diesen Fällen.Die Tiere haben starke Schmerzen und meist auch hohes Fieber , das Allgemeinbefinden kann massiv beeinträchtigt sein.
Bei Wunden auf der Körperoberfläche kommt man dem Geschehen schnell
auf die Spur, aber nicht bei Prozessen im Körperinneren.
Besonders anfällig dafür scheinen Katzen zu sein (Operationen,Unfälle,Hundebisse).Aber auch bei Hunden gibt es solche
Fälle.
Hier einige Fallbeispiele:
Ein DSH mußte nach einem Kreuzbandriß operiert werden.Der Hund konnte kurz nach der OP wieder laufen, aber es entwickelte sich ein massives Serom (Wundflüssigkeit).Die Wunde mußte nachoperiert werden,
was sehr schmerzhaft wegen des starken Zugs der Fäden auf das Gewebe war.Kurz danach bekam das Tier Fieber.Es hatte sich im Wundgebiet eine Fettnekrose gebildet.Durch entsprechende Behandlungen besserte sich das Bild zusehends und die Wunde heilte ab.

Eine Katze wurde von einem Hund gepackt und tief in beide Seiten des Bauches gebissen.Die Wunden wurden versorgt und heilten problemlos ab.Einige Tage später wurde das Tier wegen starker Schmerzen im Bauchbereich und hohem Fieber vorgestellt.Um die abgeheilten Hautwunden hatten sie stark höckrige Aufwölbungen gebildet,die bis in
die Bauchmuskulatur reichten.Die Op erbrachte bräunliche Fettmassen
,die komplett entfernt wurden.Die Katze erholte sich schnell.

Eine Hündin wurde kastriert. 2 Tage später wurde sie mit Fieber und
starken Schmerzen vorgestellt.Sie wurde wegen des Verdachts auf eine
Infektion mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt.Da sich das klinische Bild nicht änderte, wurde eine zweite Op durchgeführt.
Es fanden sich stark veränderte Fettgewebsanteile in der Bauchhöhle.
Diese wurden entfernt . Leider trat kurz danach wieder Fieber auf, so dass sie in eine Klinik überwiesen wurde.Da sich die Symptome
trotz der Intensivbehandlung nicht besserten, wurde der Hund erneut
operiert.Die Befunde waren noch ausgeprägter als bei der vorherigen OP.Es wurde nochmals alles radikal umschnitten und die Hündin erholte sich wieder.

Solche Fälle beanspruchen einen enormen Aufwand an Zeit, Geld und Geduld.Und auch ein bißchen Glück.

Steine mal anders

Eine Meerschweindame wurde mit Harnabsatzbeschwerden und Blut im Urin vorgestellt.Das ist bei diesen Tieren ja leider nichts Ungewöhnliches.

Die Röntgenbilder bestätigten den Verdacht auf Blasen-und Harnröhrensteine.Also wurde operiert und zuvor noch die Steine aus der Harnröhre entfernt.

Nach der Eröffnung der Blase wurde aber folgendes entfernt:

BLASENSTEIN Ms 2013

 

 

 

Wie dieser Heuhalm in die Blase gelangt ist, ist völlig unklar.Jedenfalls diente er als Aufhänger für die Harnkristalle, die sich zu einem Stein zusammenfügten.

 

Das Röntgenbild zeigte vorher dieses:

RöBlasenstein 2013

 

RöBlasenstein13

Hormonchaos – fibroepitheliale Hyperplasie der Milchdrüse

Nach einer Trächtigkeit bilden sich die Milchdrüsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurück, spätestens nach dem Absetzen der Welpen (hier Katze). Diese junge Straßenkatze hatte vier Welpen, die im Alter von acht Wochen von ihr getrennt und vermittelt wurden.

Unmittelbar danach erfolgte die Kastration der Mutter, um eine erneute Trächtigkeit zu verhindern. Schon bei der Operation wurde deutlich, dass das Gesäuge übermäßig stark ausgebildet war, obwohl keine Milchsekretion mehr erfolgte.

Bei Katzen ist ein Krankheitsbild bekannt, bei dem es zu einer ernormen Schwellung des gesamten Gesäuges oder einzelner Komplexe kommt. Als Ursache wird eine übermäßige Progesteronproduktion (Trächtigkeitshormon) angenommen. Daher versucht man zunächst mit einer Kastration Abhilfe zu schaffen, sowie auch in diesem Fall.

Sollte der Eingriff keinen Erfolg zeigen, werden Hormone zur Absenkung des Progesteronspiegels eingesetzt. Da der genaue Krankheitsmechanismus noch unbekannt ist, muss man teilweise bis zu fünf Monaten auf den Erfolg warten. In unserem Falle setzte die Rückbildung nach Hormongabe schon nach einer Woche ein.

 

Zwei Tage nach der Kastration (Fäden in der Bildmitte noch sichtbar)

 

Die Schwellung ist deutlich sichtbar.