Hormonchaos – fibroepitheliale Hyperplasie der Milchdrüse

Nach einer Trächtigkeit bilden sich die Milchdrüsen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurück, spätestens nach dem Absetzen der Welpen (hier Katze). Diese junge Straßenkatze hatte vier Welpen, die im Alter von acht Wochen von ihr getrennt und vermittelt wurden.

Unmittelbar danach erfolgte die Kastration der Mutter, um eine erneute Trächtigkeit zu verhindern. Schon bei der Operation wurde deutlich, dass das Gesäuge übermäßig stark ausgebildet war, obwohl keine Milchsekretion mehr erfolgte.

Bei Katzen ist ein Krankheitsbild bekannt, bei dem es zu einer ernormen Schwellung des gesamten Gesäuges oder einzelner Komplexe kommt. Als Ursache wird eine übermäßige Progesteronproduktion (Trächtigkeitshormon) angenommen. Daher versucht man zunächst mit einer Kastration Abhilfe zu schaffen, sowie auch in diesem Fall.

Sollte der Eingriff keinen Erfolg zeigen, werden Hormone zur Absenkung des Progesteronspiegels eingesetzt. Da der genaue Krankheitsmechanismus noch unbekannt ist, muss man teilweise bis zu fünf Monaten auf den Erfolg warten. In unserem Falle setzte die Rückbildung nach Hormongabe schon nach einer Woche ein.

 

Zwei Tage nach der Kastration (Fäden in der Bildmitte noch sichtbar)

 

Die Schwellung ist deutlich sichtbar.

Bissverletzung beim Schäferhund

Wundinfektion nach Bissverletzung beim Schäferhund

Der hier vorgestellte Schäferhund erlitt bei einer Beißerei mit einem Pittbull-Mix nur leichte Verletzungen. Nach 3 Tagen bekam er hohes Fieber, begleitet von schwersten Allgemeinstörungen. Es wurde weder Futter noch Wasser aufgenommen, Harn- und Kotabsatz waren nicht möglich.

Dank intensivmedizinischer Betreuung erholte er sich bald. Erst jetzt wurde der Auslöser für die schweren Allgemeinstörungen sichtbar:

Wundinfektion nach Bissverletzung beim Schäferhund

Wundinfektion nach Bissverletzung beim Schäferhund

An der Bissstelle hatte sich eine Wundinfektion ausgebreitet und das riesige Hautareal (ca. 40 x 50 cm) zum Absterben gebracht.

Langsam löste sich das abgestorbene Gewebe oder wurde mit einer Madenbehandlung zum ablösen gebracht.

Wundinfektion nach Bissverletzung beim Schäferhund

Ablösen des abgestorbenen Gewebes | Wunde beim Schäferhund

Ablösen des abgestorbenen Gewebes | Wunde beim Schäferhund

So sah es nur einen Monat nach dem Vorfall aus:

Ca. ein Monat nach dem Vorfall | Wunde beim Schäferhund

Und so 2 Monate später:

Ca. zwei Monate nach dem Vorfall | Wunde beim Schäferhund

Nochmals 2 Monate später:

Weitere zwei Monate später | Wunde beim Schäferhund

Bis hierher lief die Heilung ohne besondere Komplikationen:

Bisher Heilung ohne Komplikationen | Wunde beim Schäferhund

Durch die massive Narbenbildung kam es jetzt zu Wundheilungsstörungen,
die chirurgisch versorgt werden müssen.

Wundheilungsstörungen | Wunde beim Schäferhund

Da die Wundheilung zu diesem Zeitpunkt keinerlei Fortschritte mehr machte,
wurde eine Hautverpflanzung durchgeführt. In das Wundgebiet wurden gesunde Hautstücke
eingepflanzt. Diese wurden der gesunden Haut der Brustwand entnommen.

Hautverpflanzung | Wunde beim Schäferhund

Die Bilder zeigen das Ergebnis nach ca. 4 und 6 Wochen. Die dunklen Punkte im Wundgebiet sind die verpflanzten Hautstücke. Von diesen geht eine neue Hautbildung aus.

Hautverpflanzung | Wunde beim Schäferhund

Da zum wiederholten Male Wundheilungsstörungen auftraten, mußte ein 2.Mal Haut transplantiert werden.

Zweite Hautverpflanzung | Wunde beim Schäferhund

Nach 8 Wochen war die Wunde endlich geschlossen.

Wunde geschlossen | Wunde beim Schäferhund

Die Wundfläche muß wegen des empfindlichen Narbengewebes aber weiter täglich gepflegt werden.

Damit sollte dieses Bild der Vergangenheit angehören.

Verband | Wunde beim Schäferhund

Eine Anmerkung sei mir noch gestattet: dieser Heilungsprozeß zog sich über 1,5 Jahre hin und erreichte den Wert eines gut ausgestatteten deutschen Kleinwagens.

Ein seltener Fall

Ein 6-jähriges weibliches Kaninchen wurde wegen Fressunlust, Kopfschiefhaltung und Lähmungen der Hinterhand vorgestellt.
Die Symptome sind ganz plötzlich aufgetreten. Die Untersuchung ergab einen positiven Befund auf Encephalitozoon cuniculi, eine parasitäre Erkrankung. Diese kann u.a. mit neurologischen Symptomen und Nierenschäden einhergehen.

Die eingeleitete Behandlung mit Antibiotika, Entzündungshemmern und einem Antiparasitikum führten zur schnellen Besserung der Symptome.

2-3 Wochen später wurde das Tier wieder mit vermindertem Appetit und deutlichem Gewichtsverlust vorgestellt. Die Untersuchung zeigte eine einseitig deutlich vergrößerte Niere. Das Röntgenbild offenbarte die Ursache: Das Nierenbecken war vollständig mit Konkrementen ausgefüllt. Die 2. Niere war ebenso betroffen. In Absprache mit dem Besitzer wurde von einer weiteren Behandlung abgesehen.

Konkremente im Nierenbecken eines Kaninchens